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Jakarta・Eine unvergessliche Nacht

Ein Schock und Schlangenblut

Jakarta diente uns lediglich als unsere nächste Anlaufstation.

Wir mussten dahin fliegen um in Indonesien einzureisen und natürlich die Insel Java bereisen zu können.

 

Übrigens:

 

Java zählt zu einer der 3 grossen Inseln Indonesiens und ist bekannt für seine aktiven Vulkane wie der Bromo oder auch der Ijen.

 

Zurück zu Jakarta. 

Wie bereits erwähnt diente Jakarta für uns als Anlaufstelle. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden vorerst nur eine Nacht zu bleiben. Falls es uns gefallen würde, könnten wir unseren Aufenthalt immer noch verlängern. Wir nutzten diese Nacht aus, um einmal das Couchsurfing auszuprobieren. Couchsurfing ist nichts anderes als bei jemandem auf der „Couch“ zu schlafen. Es funktioniert ganz einfach.

 

Man kann sich über die Website als Gastgeber oder auch als Couchsurfer registrieren. Sobald man ein Profil erstellt hat, kann man über die Suchfunktion einen Gastgeber suchen. Dieser bietet seine Couch, ein Bett, ein Teppich auf dem Boden oder was auch immer an. Oder man kann angeben, dass man um diese

Zeit an diesem Ort ist und ein Dach über dem Kopf sucht.

 

Wir haben es mit der zweiten Variante versucht und haben ziemlich schnell ein Angebot angenommen. Es haben sich mehrere Personen gemeldet und angeboten bei ihnen übernachten zu können. So hatten wir sogar eine Auswahl.

Wir haben uns für eine Unterkunft bei einem etwa 30 jährigen Einheimischen entschieden. Da er ein eigenes Zimmer für uns anbieten konnte, fiel uns diese Entscheidung sehr leicht. Das Ganze ist natürlich kostenlos. Es geht dabei mehr um eine Hilfe, Menschen kennenzulernen und neue Freunde zu finden. Finden wir ganz cool.

 

Und dann sind wir auch schon in Indonesien gelandet. Der Flug ging mit nur einer Stunde Flugzeit ziemlich schnell vorüber. Nach ein paar Standardfragen hatten wir bereits den Stempel für einen Monat in unserem Pass.

 

Da unser Gastgeber bis 18 Uhr arbeiten musste waren wir natürlich viel zu früh. Er gab uns jedoch ein Tipp für ein gemütliches Café. Das nutzten wir aus und warteten ein paar Stunden mit ein paar Tassen Kaffee auf ihn. Die Zeit verging erstaunlich schnell.

Unser Gastgeber holte uns ab und zeigte uns seine Wohnung. Er war ein angenehmer netter Typ. Die Wohnung war auch ganz ok. Natürlich darf man nichts erwarten, wenn es schon kostenlos ist. Er fragte uns ob wir mit ihm in die Stadt kommen wollen. Sein Freund, ein Italiener der in Jakarta arbeitet, möchte etwas Verrücktes ausprobieren. Verrückt? Oh, das lassen wir uns doch nicht entgehen und fuhren gespannt mit dem Taxi in die Stadt.

 

Wir bekamen einen ersten Eindruck der Stadt. Laut, dreckig, chaotisch und ziemlich aufdringliche Menschen. Wir fühlten uns nicht besonders wohl. Naja, warten wir mal ab.

 

Auf den Strassen Jakartas
Auf den Strassen Jakartas

 

Sein Freund kam mit einem Rollertaxi heran gesaust und wir stellten uns kurz vor. Wir gingen ein paar Schritte weiter und da war auch schon diese „verrückte Sache“ auf die wir gespannt gewartet haben. Als wir jedoch gesehen haben worum es dabei geht, waren wir auf einmal nicht mehr so begeistert.

 

Wir sahen einen grossen Banner mit verschiedenen Tieren drauf. Unter anderem waren da Warane, Vögel, Schildkröten und eine Königskobra drauf. Nun, was will man mit diesen Tieren mitten in einer Grossstadt?

 

-  Richtig  -

 

Man kann sie essen. Sie werden dort frisch zubereitet. Neben dem Banner war ein Käfig mit ungefähr 100 Schlangen drin. Die Schlangen sahen überhaupt nicht glücklich aus und wirkten leblos. Als würden sie wissen was auf sie zukommt.

 

Gefangene Kobras in Jakarta

Wir trauten unseren Augen nicht und fragten nochmal nach, was für eine verrückte Sache er hier machen will. 

 

Er möchte Schlangenblut trinken. Das soll eine einmalige Erfahrung sein, sagte er uns und forderte uns auf mitzumachen. Natürlich war unsere Antwort klar und deutlich „Nein, niemals!“

 

Es war soweit. Er wählte eine Kobra aus. Der Typ hinter der Verkaufstheke nahm sie aus dem Käfig. Er presste den Kopf der Kobra in ein Holzklemme, griff nach dem Beil und...

 

...Zaaack,

 der Kopf war ab.

 

Wir konnten beide nicht hinsehen und fühlten uns am falschen Ort. Die noch lebenden Schlangen im Käfig mussten die ganz Show mit anschauen. Der Schlangenmörder liess nun das Blut aus dem Körper der Schlange in einen Becher tropfen, überreichte dem Italiener den Becher und er trank das Blut.

 

Anscheinend sei das Blut gut für die Stärke und die Potenz…

Auch solche Aussagen konnten wir nicht ernst nehmen. Als der Körper der Schlange „leer" war, zog er die Haut ab und bereitet das Fleisch zum Essen vor. Auch da wurde uns etwas angeboten, wir konnten jedoch auch dazu locker "Nein, Danke" sagen.

 

Wir waren schockiert !

 

Das Schlimmste war, dass sie den abgetrennten Kopf dieser wunderschöner Kreatur einfach auf dem Käfig liegen liessen. Der ganze Kopf zuckte und bewegte sich noch mindestens 10 Minuten lang.

 

Haben wir das schon erwähnt, wie schrecklich wir das finden?

 

Zubereitung der Kobra
Das Blut wird rausgelassen

 

Wir schauten uns an und dachten beide das gleiche. Wie bös und egoistisch kann der Mensch doch sein! So ein wunderschönes Geschöpf welches bereits vom Aussterben bedroht ist für einen Spass oder eine bessere Potenz zu töten, sein Blut zu trinken und danach zu essen ist für uns nicht nachvollziehbar.

 

Dieser Moment veränderte uns und unsere Reise durch Indonesien. Wir waren so schockiert wie die Menschen mit den Tieren umgehen, dass wir beschlossen haben, Indonesien als Vegetarier zu bereisen. Was sich dann noch als ziemlich schwierig erwies. Dazu gibts später in einem anderen Blog mehr.

 

Nachdem die Schlange gegessen war und unser Schock auch etwas verdaut war, gingen wir in einen Biergarten und hatten trotz allem noch einen lustigen Abend.

 

Zurück in der Wohnung nahm uns unser Gastgeber noch mit aufs Dach wo man eine wunderschöne Aussicht über Jakarta hatte.

 

Das war für uns so ziemlich das einzige Schöne in Jakarta. Am nächsten Tag haben wir beschlossen weiterzureisen.

 

Skyline von Jakarta

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Kommentare: 1
  • #1

    Rita (Samstag, 23 September 2017)

    Wääää, ich kann mir eure Gesichter lebhaft vorstellen. So grausig.