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10 Dinge, die man in Sarajevo nicht verpassen sollte!

Sarajevo ist eine unglaubliche Stadt! Sie ist nicht nur wunderschön - nein, sie trägt auch eine grosse Geschichte in sich. Die Stadt hat schon alles Mögliche erlebt und überstanden. Schöne, aufblühende Zeiten, sowie schreckliche, harte Zeiten. Sarajevo hat trotz allem seinen Glanz und wunderbaren Geist nicht verloren!

 

Wir haben für euch zehn Dinge zusammengefasst, die man bei einem Besuch in dieser tollen Stadt, die man übrigens auch Klein-Jerusalem nennt, nicht verpassen sollte.

 

Sarajevo Altstadt

1. Basčarscja und die Altstadt besuchen

Basčarscja - der sogenannte „Hauptplatz“ in der Altstadt Sarajevos. Dieser Ort steckt voller Geschichte, die bis heute noch gut zu erkennen ist. Mitten auf dem Platz steht der Brunnen mit dem Namen Sebilj, der auch ein bedeutendes Wahrzeichen Sarajevos darstellt. Der Brunnen wurde gebaut, um den Reisenden kostenlos Wasser zu spenden. Er wurde 1852 total zerstört und danach aber wieder aufgebaut.

Er diente als Wasserspender für die Caravanen, die auf dem Weg nach Europa oder in den Osten waren. Der Brunnen spendet auch heute noch kostenloses Wasser für alle. Ein Sprichwort sagt: Wer aus dem Brunnen trinkt, wird irgendwann wieder nach Sarajevo zurückkehren!

 

Basčarscja Sarajevo

 

In der wunderschönen, osmanischen Altstadt gibt es viele kleine Gässchen. Unter anderem auch die Kupfergasse. Die Gasse heisst so, weil früher die Strassen oder Gassen in Sarajevo nach dem benannt wurden, was dort angefertigt wurde. Auch heute kann man in der Kupfergasse den Handwerkern zuschauen, wie sie die schönsten Dinge, wie zum Beispiel das Kännchen für den traditionellen bosnischen Kaffee herstellen oder wie sie aus alter Kriegsmunition Souvenirs kreieren.
Ein sehr interessanter und spannender Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Wer auf der Suche nach einem schönen Andenken ist, wird dort bestimmt fündig.

 

Altstadt Sarajevo

2. Free walking tour

Um mehr über die Stadt zu erfahren, solltet ihr bei einer „free walking tour“ teilnehmen. 

Bei dieser Tour besucht ihr mit einem Guide verschiedene interessante Punkte in der Alt- sowie in der Neustadt. Die Geschichten und Informationen dazu sind sehr spannend. Man erfährt dabei auch viel über die Architektur, sowie über die Religionen von Sarajevo.

 


Stadtbibliothek Sarajevo

 

Achtung! Es gibt viele Anbieter und darunter gibt es gute und auch weniger gute Touren.

Deshalb empfehlen wir: Sarajevo Free Walking Tour von Meetbosnia.com

Sie beginnt jeden Tag um 10 Uhr morgens und dauert ungefähr zwei Stunden. Bei diesem Anbieter gibt es übrigens auch andere Touren, die man buchen kann. Wie zum Beispiel die „Fall of Yugoslavia Tour“, die bestimmt auch sehr interessant ist.

Kleiner Hinweis für Sparfüchse: 🦊 
Die Tour heisst zwar „Free Walking Tour“. Am Schluss ist es jedoch üblich, dem Guide ein kleines Trinkgeld zu geben. Was in unserem Fall völlig in Ordnung war, da der Guide wirklich viel über seine Stadt wusste.


3. Bosanska Kava / Bosnischen Kaffe trinken

Vorsicht! Dieser Kaffee hat es in sich - nicht nach 16:00 Uhr trinken, sonst wird es nichts mit dem Schlafen!

 

Aber gut ist er, das muss man zugeben.


Der Kaffee wird in einem traditionellen Kännchen serviert und aus traditionellen Tassen getrunken, was in der Altstadt Sarajevos auch in einem Set als Souvenir verkauft wird. Dazu gibt es immer eine orientalische Süssigkeit - das sogenannte Lokum.

Der bosnische Kaffee ähnelt stark dem türkischen Kaffee, lediglich die Zubereitung verläuft anders. Während der türkische und griechische Kaffee mit dem Zucker zusammen aufgekocht wird, wird der Zucker beim bosnischen Kaffee separat serviert. Man nimmt das Zuckerstück in den Mund und trinkt anschliessend den Kaffee.
Natürlich kann man den Zucker auch zum Kaffee hinzugeben oder am besten ganz auf den Zucker verzichten ;-)

 

Kaffee in Sarajevo

4. Olymipische Bobbahn von 1984

Einige Jahre vor dem Krieg, im Jahr 1984, fanden die olympischen Winterspiele in Sarajevo statt. Genauer gesagt auf dem Berg Trebević.

Für die Winterspiele wurde sogar eine der damals modernsten Bobbahnen der Welt gebaut.

Die Welt war für Sarajevo noch in Ordnung und die stolze Stadt blühte in vollem Glanz!

30 Jahre später ist viel passiert. Serbische Truppen kamen während des Krieges über den Trebević Berg, um Sarajevo zu belagern. Viel wurde zerstört. Jedoch haben es einige Teile der massiven Bobbahn ziemlich gut überstanden und sie wurde mit einigen tollen Graffitis verschönert.

Heute zählt der Berg als beliebte Ausflugsregion für Touristen und Einheimische. Sogar die Seilbahn, die während des Krieges zerstört wurde, wurde im Jahr 2017 wieder aufgebaut und am 6. April 2018, dem Tag der Stadt Sarajevo und dem 26. Jahrestag des Beginns der Belagerung von Sarajevo, wieder eröffnet.

Die Einwohner Sarajevos sind sehr stolz darauf, da es als Zeichen der Wiederauferstehung Sarajevos gilt.

 

Seilbahn Sarajevo

 

Es gibt also zwei Wege, die Bobbahn und den Berg zu besuchen.
Man kann entweder für ca. 3.50.- CHF mit der Gondelbahn auf den Berg fahren oder (unsere Empfehlung) man wandert hoch.


Nach ein paar steilen Metern hat man die Stadt hinter sich gelassen und steht plötzlich mitten in der Natur. Vom Stadtzentrum bis zur Bobbahn benötigt man ungefähr zwei Stunden.

Vorsicht! Im Internet haben wir gelesen, dass der Boden noch nicht überall von Minen gesäubert wurde. Deshalb, bleibt unbedingt auf dem Weg!

Wenn man die Bobbahn erreicht hat, kann man auch ganz gut in der Bobbahn hinauf spazieren - nur aufpassen, dass kein Fahrradfahrer entgegen kommt! (Im Vlog #43 zu sehen! siehe unten)


Wir empfehlen es jedem weiter! Es ist sehr beeindruckend, wie zwei Geschichten aufeinander prallen. Zum einen die olympischen Winterspiele und zum anderen der Jugoslawien Krieg.

 


5. Čevapi essen und ein Sarajevkso trinken

Auch das gehört zu einem Besuch in Sarajevo oder allgemein in Bosnien und Herzegowina. Ehrlich gesagt ist es auch ziemlich schwer, nicht bei einem Čevapi zu landen, denn man findet sie einfach überall!

Auf jeden Fall wird gemunkelt, dass der Čevapi in Sarajevo besonders gut schmeckt. Dies wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben uns einen bestellt. Bekommen haben wir ein aufgeschnittenes Stück Brot mit ungefähr 14 kleinen Würstchen, die sogenannten Čevapi, darin. Dazu gab es noch etwas Joghurt und Zwiebeln. Einfach zubereitet, schmeckt köstlich!

Ein Čevapi Menü kostet etwa sieben bosnische Marka - ungefähr 4.- CHF

Ach ja, wir mögen sie besonders mit Ajvar (ein Mus aus Paprika und Auberginen). Solltet ihr unbedingt probieren.


Ja, es gibt auch Bier in Sarajevo! Und was für eins!

Die Brauerei wurde am 24. Mai 1864 in Sarajevo gegründet und ist somit eine der ältesten Industrieanlagen von Bosnien und Herzegowina. Sie galt im Jahr 1907 als grösste Brauerei in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Trotz der schweren Zeit durch Krieg und Zerstörung in Sarajevo, wurde der Produktionsprozess nie eingestellt. In Sarajevo ist man sehr stolz auf diese Tatsache und natürlich auch auf das Bier.

Während ich über das Sarajevsko Bier schreibe, habe ich herausgefunden, dass es sogar ein Museum und ein Restaurant gibt - hmm schade… Hätten wir sehr gerne besucht!

Naja, vielleicht ein anderes Mal. Man sagt ja: Derjenige, der Wasser aus dem Brunnen in Sarajevo trinkt - kehrt eines Tages wieder zurück!

 

Auf jeden Fall findet man Sarajevsko fast überall in der Stadt - Živjeli!

 


6. Sarajevo Meeting of Cultures: Wo der Westen auf den Osten trifft

Sarajevo, das Tor zum Osten. Bosnien und Herzegowina gehörte jahrzehntelang zum Osmanischen Reich und das ist auch heute noch deutlich zu spüren und zu sehen.
Am besten geht das an der „Meeting of Cultures“ Markierung.

Der Ort, an dem der Westen auf den Osten trifft!
Der Ort wo das osmanische auf das österreichisch-ungarische Reich trifft!
Der Ort wo moderne Shops und Café´s auf Wasserpfeife und Çay treffen!

Ja, man kann den Unterschied deutlich spüren. Die Architektur verändert sich schlagartig.

„Sarajevo Meeting of Cultures“ wurde mit einem grossen Kompass am Boden markiert.

 

Sarajevo Meeting of Cultures

7. Vrelo Bosne Park

Am Fusse des Berges Igman, etwas ausserhalb der Stadt, liegt der Naturpark Vrelo Bosne.
Vrelo Bosne bedeutet übersetzt "Bosna Quellen".  Hier entsteht der 271 Km lange Bosna Fluss, der in der Sava mündet. 

Aus dem Fluss entstehen im Park lauter kleine Seen und sogar ein Wasserfall. 
Man kann hier sehr gut entspannen, picknicken oder Vögel beobachten.
Verpflegung muss man nicht unbedingt mitbringen, mitten im Park gibt es ein Restaurant.

Der Vrelo Bosne Park liegt, wie bereits erwähnt, etwas ausserhalb der Stadt. Man kann mit dem Tram bis zur naheliegendsten Station (Ilidža oder Blažuj) fahren oder man nimmt sich ein Taxi.

Eine andere Möglichkeit wäre, eine Tour zu buchen. So kommt man bequem und stressfrei von der Stadt zum Park und wieder zurück.

Uns hat es sehr gut gefallen! Der Park hat etwas Beruhigendes und wir können es jedem weiterempfehlen.

Hinweis! Der Park liegt nur etwa 7 km vom "Sarajevo Tunnel der Hoffnung" entfernt
(siehe Punkt 8) Könnte man also gut kombinieren.

Zum Vrelo Bosne gibt es ein Video von uns! Siehe unten ↓

 


8. Sarajevo Tunnel der Hoffnung

Und genau dieser eine Tunnel rettete Sarajevo!

 

Sarajevo hat eine grosse Geschichte! Eine der tragischsten Zeiten in der Geschichte Sarajevos ist zugleich auch eine der jüngsten Geschichten - Der Jugoslawien Krieg.

Die Belagerung von Sarajevo durch die serbische Armee dauerte ganze vier Jahre!

Genau genommen vom 5. April 1992 bis 29. Februar 1996

 

Dank des 800 Meter langen Tunnels überstand Sarajevo die Belagerung durch die serbische Armee. Während der Flughafen unter dem Schutz der UN stand, kamen die Bosnier auf die Idee, einen Tunnel unter der Fluglandebahn zu bauen, denn der Flughafen wurde von den Serben nicht angegriffen oder unter Beschuss genommen.

Der Tunnel sollte als Weg aus der belagerten Stadt dienen. Die Arbeiten waren hart und lebensgefährlich. Lebensgefährlich, weil durch den Tunnel Gas, Strom und teilweise über knöchelhohes Wasser flossen. Zudem bestand Einsturzgefahr durch explodierende Granaten und andere Geschosse in der Nähe. Die Arbeiter schafften es trotz allem, den Tunnel zu errichten.
Durch den Tunnel konnten Nahrungsmittel und Waffen transportiert werden. Ausserdem diente er zum Informationsaustausch und als Befreiungsweg für die Schwachen und Verletzten aus der belagerten Stadt.

 

Heute ist aus dem Tunnel ein Museum geworden und man kann durch 25 Meter vom Tunnel gehen. Dabei wird einem so richtig bewusst, wie schrecklich diese Zeiten gewesen sein müssen. Obwohl, eigentlich ist es unvorstellbar, wie sich diese armen und tapferen Menschen wirklich dabei gefühlt haben.


In Sarajevo findet man fast an jeder Ecke ein Kriegsmuseum. 
Die einen interessant, die anderen weniger.

Den „Sarajevo Tunnel“ oder „Tunnel der Hoffnung“ sollte man sich jedoch nicht entgehen lassen.

Der Tunnel bzw. das Museum befindet sich etwas ausserhalb der Stadt in der Nähe des Internationalen Flughafens. Man kann sich entweder ein Taxi nehmen oder mit dem Tram bis zur Station Ilidža fahren. Von da aus geht man jedoch noch ungefähr 45 Min. zu Fuss. Allerdings könnte man sich auch erst an dieser Station ein Taxi nehmen, um etwas Geld zu sparen.

Für den Rückweg können die Mitarbeiter des Museums helfen, ein Taxi zu organisieren.

 

Sarajevo Tunnel der Hoffnung

9. Die Lateiner Brücke

Sie ist ein geschichtsträchtiger Ort, denn am Ende der Lateiner Brücke wurde am 28. Juni 1914 der Anschlag auf den Herzog von Österreich-Ungarn Franz Ferdinand und seine Gattin verübt. Durchgeführt wurde der Anschlag vom damals 18-jährigen Gavrilo Princip.
Mit einem Revolver erschoss er den Herzog und dessen Gattin. Sarajevo stand an diesem Tag im Mittelpunkt der Welt, denn dieser Anschlag war der Auslöser für den ersten Weltkrieg.


Die osmanische Steinbrücke ist aber vor allem eine Sehenswürdigkeit und eignet sich als tolles Fotomotiv.

 

Lateiner Brücke Sarajevo

10. In Sarajevo eintauchen und geniessen

Sarajevo hat etwas - wir können nicht genau sagen, was es ist. Wir haben uns jedenfalls in diesen wunderbaren Ort verliebt!

Bereits bevor wir in Sarajevo waren, haben uns die Menschen unterwegs immer wieder aufgefordert: “Geht nach Sarajevo! Sarajevo ist anders, ihr müsst nach Sarajevo!“

Schon bei der Ankunft hat alles gestimmt! Als wir mit unseren schweren Rucksäcken in Richtung Stadtzentrum spazierten, rief uns ein junger Herr zu:“ Welcome to Sarajevo!“ Wir freuten uns und bedankten uns.


Die Atmosphäre in Sarajevo hat etwas Spezielles - etwas Gutes!

Irgendwie spürt man, dass diese Stadt schon viele schreckliche Zeiten überstanden hat und immer wieder von Neuem aufgeblüht ist!
Eine Stadt in der Moslems, Christen und Juden Nachbarn sind (aus diesem Grund wird sie übrigens auch Klein-Jerusalem genannt).
Eine Stadt, die von Krieg und schweren Zeiten gezeichnet und trotzdem voller Herzlichkeit ist.
Eine Stadt wie keine andere.

Taucht ein in Sarajevo, nehmt euch Zeit für diese Stadt und lasst sie an euch heran! Ihr werdet spüren, dass Sarajevo ein spezieller Ort ist.

Wie gesagt, wir haben uns in diese Stadt verliebt und freuen uns bereits darauf, eines Tages wieder einen starken Bosanska Kava zu trinken, ein Sarajevsko zu geniessen und unsere Bäuche mit Čevapis vollzuschlagen!


Hvala Sarajevo!

 


Unsere Videos zu Sarajevo:

Die Stadt Sarajevo:



Wanderung zur olympischen Bobbahn:


Im Vrelo Bosne Park:


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Kommentare: 1
  • #1

    Tobias (Dienstag, 15 Januar 2019 01:07)

    Moin,

    mit den Eindrücken hätte ich jetzt gar nicht gerechnet. Vor allem die osmanische Altstadt sieht echt schick und für Europa doch leicht ungewöhnlich aus. Danke für Deine Inspiration! Toller Bericht!

    Beste Grüße

    Tobias von www.tobiashoiten.de