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Pamukkale - lohnt sich das "Naturwunder"?


Pamukkale Kalksinterterassen

Die Reise nach Pamukkale

Nach einer wundervollen Zeit in Izmir (beinahe zwei Wochen) wird es für uns Zeit weiterzureisen und die Türkei von einer anderen Seite kennenzulernen. Wir wollen nämlich das Landesinnere der Türkei erkunden. 

 

Lange haben wir uns überlegt ob wir die Kalkberge in Denizli, besser bekannt als Pamukkale überhaupt besuchen wollen. Eigentlich haben wir uns vorgenommen, Touristenattraktionen etwas zu umgehen, da wir das wirkliche Land und deren Kultur kennenlernen möchten. Da uns jedoch fast jeder Einheimische sehr empfohlen hat, Pamukkale zu besuchen, möchten wir wissen, was es wirklich mit diesem "Naturwunder" auf sich hat. Zudem liegt es sehr günstig, so dass wir keinen Umweg nehmen müssen.

 

 

 

Wir stehen etwa um 8:00 Uhr auf, kochen uns Kaffee und packen unsere Rucksäcke. Unser Gastgeber und mittlerweile sehr guter Freund ist diese Woche in Istanbul. Wir dürfen trotzdem in seiner tollen Wohnung bleiben, so lange wir wir wollen. Es ist jedoch an der Zeit Izmir zu verlassen. Das Abenteuer zieht uns weiter ...

 

Izmir Türkei

 

Mit unseren Rucksäcken begeben wir uns zur U-Bahn Station. Ja, richtig gelesen, wir benützen tatsächlich ein öffentliches Verkehrsmittel. Jedoch nur um die vier Millionen Stadt verlassen zu können. Mit dem Trampen wäre dies vermutlich etwas schwieriger.

Mit der U-Bahn reisen wir zur Universität in Izmir und haben somit die Grossstadt hinter uns gelassen. Von dort aus geht es wie gewohnt weiter - Daumen raus und abwarten.

 

Wie wir es bereits von der Türkei kennen, stellt das Trampen auch diesmal kein Problem dar. Ein netter Man im mittleren Alter nimmt uns mit. Der Gesprächsstoff haltet sich in Grenzen. Der Mann spricht weder Englisch noch Deutsch und ist auch abgesehen davon, eher zurückhaltend. Die meisten, die uns mitnehmen, quatschen mit uns ohne Punkt und Komma und ohne Bedenken, ob wir ihn nun verstehen oder nicht.

Der nette Mann liess uns ungefähr nach einer Stunde wieder raus.

 

Und dann kam Yavuz...

 

Ein älterer Mann hält mit seinem alten Lada an, steigt aus und lässt es uns direkt anmerken, dass er uns unbedingt mitnehmen will. Wir bemerken seine Freude und steigen ein. Das erste was er macht ist etwas typisch für die Türkei. Er bietet uns eine Zigarette an. Wir lehnen dankend ab. Yavuz will direkt alles von uns wissen und obwohl er kein Englisch oder Deutsch spricht, verstehen wir uns irgendwie. Er lädt uns zum Tee ein und bedankt sich mehrere Male bei uns, dass er uns mitnehmen darf. Ja, er bedankte sich bei uns, worauf wir uns bei ihm bedankten. Es war ein gegenseitiges Bedanken und irgendwie lustig.

Yavuz schenkt Fabienne ein Misbaha (islamische Gebetskette) und verabschiedet sich bei uns als würde er uns bereits seit Jahren kennen.

 

 

Es ist bereits sehr spät als uns die nächste Mitfahrgelegenheit in Denizli aussteigen lässt.

Wir steigen aus und müssen erstmal tief durchatmen. Was war das für eine verrückte Fahrt! Wir sind zwar in sehr kurzer Zeit sehr weit gekommen, mussten jedoch ein paar Mal schwitzen und uns die Augen zuhalten.

Naja, war ja nicht das erste Mal und trotzdem haben wir noch grosse Mühe uns an diesen Fahrstil zu gewöhnen.

 

Wir haben es fast geschafft! 

 

Aber nur fast. Bis nach Pamukkale sind es noch ungefähr 15 Km. Der Mechaniker von der Garage nebenan kommt zu uns und fragt uns woher wir kommen. Wir antworten mit İsviçre. 

Die Reaktion ist immer die gleiche: "ooooh İsviçre? Super!" 

 

Nach einem kurzem Gespräch auf türkisch geht es weiter - nein, wir können immer noch kein türkisch. Jedoch haben wir eine Art eigene Sprache entwickelt um mit den Einheimischen zu kommunizieren und es klappt mit dieser englisch/türkisch/deutsche-Hand&Fuss Mischung irgendwie ganz gut.

 

Wir stellen uns an die Strasse. Es geht nicht lange bis sich die Sonne verabschiedet hat. 

Wir hassen es im Dunkeln zu trampen - es dauert viel länger bis jemand hält, was Irgendwie auch verständlich ist.

 

Auf dieser Reise haben wir jedoch etwas gelernt:

Irgendwie klappt es immer!

 

Und auch dieses Mal hat es geklappt. Ein junger, netter Man hält an und fährt uns tatsächlich bis nach Pamukkale. Wir sind froh und erleichtert, es noch geschafft zu haben.

Von Weitem sehen wir einen beleuchteten weissen Berg. Uns verschlägt es die Sprache und im ersten Moment wirkt es, als wären wir mitten im Winter in der Schweiz angekommen.

Der Umriss des Berges hat sogar, mit einer Prise Fantasie, etwas vom Matterhorn.

 

Wir checken in unsere Unterkunft ein, besorgen uns etwas für den Magen und legen uns todmüde ins Bett.


Pamukkale Der Baumwollberg

 

Nach einem tollen Frühstück sind wir gestärkt, packen die Kamera ein und laufen los in Richtung Baumwollberg. Ja, das bedeutet Pamukkale übersetzt. Irgendwie süss, nicht? 

 

Was jedoch aussieht wie Baumwolle, oder für uns eher wie Schnee und Eis, ist nichts anderes als Kalkablagerungen. Die Kalksinterterassen gehören sogar zum UNESCO Weltkulturerbe. 
Ähnliche Kalkablagerungen oder Sinterterassen findet man im Mammoth Hot Springs im Yellowstone-Nationalpark und etwas kleiner in Egerszalók bei Eger in Ungarn.


Wir freuen uns wahnsinnig auf dieses Naturwunder.

 

Wir gehen zum Eingang und bezahlen 30 türkische Lira pro Person.- Umgerechnet: 5.- CHF

 

Vor dem Betreten der Kalkschicht werden die Schuhe ausgezogen. Die ersten Schritte fühlen sich irgendwie seltsam an, halt so als würde man über Schnee und Eis laufen, ohne das es kalt und rutschig ist.

 

Pamukkale Denizli Jack Wolfskin

 

Natürlich sind wir nicht die Einzigen!

 

Pamukkale zählt zur meist besuchten Sehenswürdigkeit in der Türkei. Da wir jedoch ausserhalb der Saison hier sind, haltet sich der Ansturm in Grenzen.

 

Apropo Ansturm!

 

Auf dem Kalkberg - oder nennen wir es doch Baumwollberg - gibt es Pools, die warmes Wasser enthalten, in denen man sogar schwimmen gehen kann. Obwohl - schwimmen ist vielleicht etwas übertrieben. Sagen wir, man kann plantschen gehen. Jedoch wurden die Pools nachgebaut, da die "originalen" natürlichen Pools, durch den Massentourismus zerstört wurden und somit sind sie für die Touristen abgesperrt.

 

Kalkterassen Pamukkale

 

Warnung! jetzt folgt ein:

"Fabienne & Adriano sind wütend Teil!"

 

Trotz den Absperrungen und der Security, schaffen es manche Besucher diese völlig zu ignorieren! Weshalb? Weil man vom abgesperrten Teil das bessere Foto für Instagram schiessen kann (könnte natürlich auch ein Foto für irgendwas Anderes sein, so hört es sich aber etwas dramatischer an 😜)

 

Wo waren wir? 

 

Ach ja... Oben angekommen haben wir eine atemberaubende Aussicht über dieses Naturwunder!

Wir ziehen unsere Schuhe wieder an und spazieren etwas in der Gegend herum. 

 Nachdem wir uns etwas umgesehen haben, entdecken wir Hierapolis, eine antike griechische Stadt. Wir schiessen ein paar letzte Fotos und machen uns auf den Weg nach unten.

 

Auch hier haben wir das Gefühl jeden Moment auszurutschen. Die Kalkablagerungen sind jedoch überhaupt nicht rutschig.

 

Unten angekommen knurrt uns der Magen vor Hunger. Wir suchen uns ein Restaurant und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

 

Ach ja, Oberhalb gibt es auch einen riesigen Parkplatz, für diejenige die nicht hochlaufen können oder möchten.

 

Pamukkale
Pamukkale Kalksinterterassen


Hierapolis

Der Name Hierapolis bedeutet so viel wie "heilige Stadt" und ist nach Schätzungen im 3 Jahrhundert v. Chr. entstanden. 17 n. Chr. wurde die Stadt durch ein heftiges Erdbeben zerstört. Nach und nach wurde sie wieder aufgebaut wobei die Bäder entstanden. Durch ein erneutes Erdbeben im Jahr 1334 wurde die Stadt komplett zerstört.

 

Hierapolis

Kleopatra Pools:

 Die römischen Bäder.

Bereits die Römer wussten, dass das Thermalwasser sehr gesund sein soll und nahmen gerne ein Bad. Vom ursprünglichen Bad ist nicht mehr viel übrig geblieben. Im 7. Jahrhundert zerstörte ein Erdbeben das Gebiet und es bildete sich eine Mulde, in der sich das Thermalwasser sammelte.

 

Der Eintritt zu den Kleopatra Pools kostet zusätzlich 30 türkische Lira.- Umgerechnet 5.-CHF


Verpflegung:

Oberhalb des Kalkberges gibt es ein Restaurant mit verschiedenen Snacks und Getränken. Wir empfehlen jedoch, etwas kleines und Wasser mitzunehmen, da es verhältnismäßig sehr teuer ist.


Restaurants in Pamukkale (Dorf):

Es gibt zahlreiche Restaurants im Dorf die für den Tourismus vorbereitet sind. Leider hatten wir in den "grossen" Restaurants kein Glück und das Essen war nicht wirklich gut und natürlich verhältnissmässig zu teuer. Daher empfehlen wir, die kleinen Restaurants zu besuchen. Die bieten meistens sehr guten Çiğ Köfte an.


Sonstige Aktivitäten in Pamukkale:

 Etwas Aktion? Wie wäre es mit Paragliding?:

 

Was in Pamukkale sehr beliebt ist, ist das Paragliding (Gleitschirmfliegen).

Es gibt einige Tourenanbieter die man im Dorf findet. 

 

Die kosten betragen ungefähr um die 100.- CHF pro Person für das Tandem Paragliding


Hotel / Unterkunft:

Unsere Unterkunft in Pamukkale war das Bellamaritimo Hotel

 

Das Hotel war sehr schön, sauber und im Preis inbegriffen war ein ausgewogenes und leckeres Frühstück. 


Fazit:

Abgesehen von den rücksichtslosen Touristen hat es uns wahnsinnig gut gefallen! Wir lieben Orte, die aus reiner Kraft der Natur entstanden sind und können es Jedem nur weiterempfehlen!


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